Samstag, 24. Oktober 2009

So sieht ein Thai Hooligan aus :)

In Thailand koennen die Hools voellig ungestoert an die Spiele und versuchen nicht mal nicht aufzufallen - im Gegenteil, wie das Photo beweist:



Ist nicht das einzige Beispiel, gab diverse Leute mit diesen Shirts.
In Chiang Mai, im Norden Thailands, war ich zwar nur fuer ein paar Tage, aber ich konnte dort ein paar Thai-Boxing Kaempfe anschauen. U.a. waren bei den Vorkaempfen auch Kinder und selbst die Erwachsenen sehen nicht sonderlich eindruecklich aus, bis man sie in Action sieht!

Falls es denn Hools gibt in Thailand, sehen sie zwar aus wie eine Primarklasse auf Schulreise, aber sich mit den anlegen, koennte boese enden.

Wegen Ausschreitungen auf neutralem Boden

18.10.2009, Chonburi FC – Thai Port FC, Supachalasai, Bangkok

Letzter Spieltag in der Thai Premier League.
Chonburi FC muss wegen Ausschreitungen am Spieltag vom 04.10. in einem neutralen Stadion ausgetragen werden. Bei besagtem Spiel, das schliesslich 2-2 ausging und so der Rueckstand auf den Tabellenersten groesser wurde, wurde ein Tor wurde wegen einem Abseitsentscheid nicht anerkannt. Die Zuschauer forderten die anwesende TV-Crew auf die Szene nochmals zu zeigen und als sich diese weigerten, wurden diese von den aufgebrachten Zuschauern angegriffen. Zum Zuge kommt das Supachalasai Stadion in Bangkok. Das Stadion fasst ca. 32.000 und wird von diversen kleineren Vereinen aus Bangkok genutzt. Chonburi FC stammt allerdings aus der Stadt Chonburi, welche ca. 2 Stunden suedoestlich von Bangkok liegt. Das Auswaertsteam Thai Port FC, welches im Zentrum Bangkoks beheimatet ist, hat also eine deutliche kuerzere Anfahrt und dementsprechend hoch sind meine Erwartungen an deren Zuschaueraufmarsch. In der Hoffnung, dass es fuer Chonburi immer noch um den Meistertitel geht, hab ich meine Plaene geandert und verzichte stattdessen auf das Heimspiel von Pattaya United gegen Chula United.

Schliesslich waren sicher 3/4 der Leute Thai Port Fans und machten sehr gute Stimmung. Chula konnte immer noch Meister werden, aber nicht mehr aus eigener Kraft. Da zudem auch noch Wetter- und Verkehrsmaessig das uebliche Chaos in und um Bangkok herrschte, fand ein Grossteil der Kerngruppe der Chula Fans erst etwa 10 Minuten vor Schluss ins Stadion. Thai Port erkaempfte sich ein Unentschieden und feierte den Saisonabschluss auf den Tribuenen und in den Katakomben beim Rauslaufen der Spieler zum Bus ueberschwaenglich. Herrlich zuzusehen und da es immer noch wie aus Kuebeln regnete war auch ne Stunde nach Spielende einiges los. Hab mich dann allerdings doch auf den Weg gemacht, da mein Guesthouse nur wenige 100 Meter entfernt lag und ich diesmal sogar einen Schirm dabei hatte.

Alles in allem bin ich sehr positiv ueberrascht von den meisten Fanszenen, aber v.a. von Thai Port, welche in den drei von mir besuchten Spielen stets ueberzeugten. Schade hab ich nur wenige Clubs aus der 'Provinz' gesehen. V.a. fehlen grosse Staedte wie Chiang Mai oder Ubon Ratchathani, welche sicher eine Bereichung sein koennten fuer die TPL. Ubon ist zwar nicht sehr gross, aber ist das Zentrum Isaans, einer der aermsten Gegenden Thailands.



AFC Championsship 2010 Quali, Bangkok

In Bangkok fanden in diesen Wochen diverse U16 AFC Championsship Qualifikationsspiele statt. Zumeist zwei Spiele nacheinander im Royal Thai Army Stadion und das Spiel der Thailaendischen U16 am selben Tag im Thai-Japanese Stadium. Da beide Stadien relativ nahe im Norden vom Zentrum Bangkoks zu finden sind, sollte eigentlich gut moeglich sein, je ein Spiel pro Stadion zu sehen, ohne das man grosse Teile eines Spieles auslassen muss fuer den Transfer.

Cambodia U16 – Vietnam U16, Royal Thai Army Stadium, Bangkok
Wie es der Stadionname bereits verraet, ist dies der Club der Armee Thailands und das Stadion befindet sich auch auf Militaergelaende respektive grenzt gleich daran an. Nur die Haupttribuene ist ueberdacht und bietet Sitzplaetze. Der Rest der sonst durchgehenden Tribuenen sind alles Stehplaetze und auch hier gibt es eine Leichtathletikbahn.

Die knapp 200 Zuschauer waren fast ausschliesslich Fans aus Cambodia. Die U16 von Vietnam war allerdings deutlich ueberlegen., technisch aber v.a. von der Physis her. Im Schnitt waren die Cambodianer sicher fast 5-10cm kleiner und alles andere als kraeftig gebaut. Cambodia kassierte in den ersten 20 Minuten gleich 3 Tore und hatte selber kaum eine Chance erarbeitet. Nach 65 Min. erzielte Cambodia das erste Tor zum 1-4, was ueberaus frenetisch von den Fans aber auch von den Spielern gefeiert wurde. War ein sehr schoener Weitschuss ins Torkreuz. Schliesslich gewann Vietnam deutlich mit 1-7 Toren.




Gleich anschliessend stand die Partie Sued- gegen Nordkorea auf dem Programm und eine hundertschaft Suedkoreanischer Fans fand mittlerweilen auch den Weg ins Stadion. Als die Nordkoreanische Mannschaft anfing sich auf der Leichtathletikbahn aufzuwaermen, wurden sie von den Suedkoreanischen Fans sehr freundlich mit Applaus und Gesaengen begruesst. Hab allerdings nicht verstanden was genau gesungen wurde :)

Ich machte mich aber gleich nach dem Cambodia – Vietnam Spiel auf zum Thai-Japanese Stadion, wo die U16 von Thailand und Myanmar ihr Qualispiel bestritten. Mit dem Taxi warens denn auch nur etwa 10 Minuten und bereits der erste Taxifahrer verstand, wohin ich wollte und wusste auch in etwa wo das lag; keine Selbsteverstaendlichkeit in Bangkok. Die meisten Taxifahrer kennen sich nicht wirklich aus, koennen kaum Englisch und so hilft auch der Stadtplan nur wenig, da die Strassen in der Touristenversion natuerlich nicht auf Thai angeschrieben sind.


Myanmar U16 – Thailand U16, Thai-Japanese Stadium, Bangkok
Eigentlich heisst das Stadion 'Bangkok Stadium', aber anscheinend wurde der ganze Sportkomplex vor einiger Zeit in Thai-Japanese irgendwas umgetauft, und somit auch das Stadion, auch wenn es noch anders angeschrieben ist.

Das Spiel war vom Niveau deutlich besser und wurde mit mehr Leidenschaft um jeden Ball gekaempft. Beiden Teams waren etwa gleich stark, aber Thailand hatte etwas mehr Glueck im Abschluss und gewann schliesslich die Partie.

Anwesend waren aufgerundet vielleicht 1.000 Zuschauer, wovon etwa 100 Myanmar unterstuetzten. Ein paar wenige Thais machten denn auch erst etwas einsam Stimmung und schliesslich wurden aus den 5 Leuten eine Gruppe von gegen 50 Leuten, die mit kleineren Unterbruechen durchgehend ihr Team unterstuetzten.


Donnerstag, 15. Oktober 2009

Kultur in Ayuthaya und Ausspannen in Kanchanaburi

07.10.2009, Faifa Ayuthaya – Samut Songkhram, Ayuthaya Stadium, Authaya, 3.000 (200)
Die ehemalige Hauptstadt Thailands besteht aus dem alten, historischen Teil, welcher dank den vielen Ruinen, Chedis und Tempeln in einer Parkalanlage auf einer Insel den Rang eines UNESCO Weltkulturerbes innehat, und der modernen Stadt, welche ein paar Kilometer davon entfernt ist. Der Bahnhof ist interessanterweise gleich bei der Insel und fuer 4 Baht fuer die Faehre ist man nach wenigen Minuten bereits beim Markt auf der Insel. Auf dem Weg dahin und natuerlich auf der Insel selbst gibt es diverse Hostels, 7-Eleven und eine Masse an TukTuk-Fahrern die einen fuer wenig Geld zu den wichtigsten Tempeln fahren.

Da ich in Bangkok doch sehr luxurioes und entsprechend teuer wohnte, war es Zeit fuer ein paar Tage mal etwas sparsamer in einer laendlichen Gegend zu verweilen. Das Zimmer, wenn man es so nennen will, bestand nur aus einem Ventilator und einem Bett das mehr eine Holzpritsche war. Gleich nebenan und nur durch ein Bambusgeflecht war denn auch schon das naechste Zimmer. Aber fuer 100 Baht, ca. 3 Franken pro Nacht, kann man nicht viel sagen und zudem war die Lage gleich beim Bahnhof und oberhalb eines kleinen Restaurant/Internetcafes, das von der selben Familie gefuert wird ideal. Die ganze Familie arbeitete im Betrieb und da noch nicht wirklich Hochbetrieb in Sachen Tourismus in Thailand herrscht, hatte man auch viel Zeit, um miteinander zu plaudern; da fast alle recht gut Englisch konnten.

So war schnell klar, dass der juengste Sohn auch ein grosser Faifa Ayuthaya Fan war und er wollte unbedingt, dass ich mit ihm und seinen Kollegen ans Spiel fahre. Auf der Ladeflaeche eines Pick-Ups gings dann am Mittwoch Richtung Stadion. Zudem kam auch noch sein Sohn und ein im selben Gasthaus wohnender Amerikanischer Schriftsteller mit, welcher schon mehrere Wochen dort wohnte und an seinem Roman arbeitet.

Das Stadion von Faifa hat eine Leichtathletikbahn, welche aber seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt wird und schon am Ueberwuchern war. Tribuenen gabs jeweils auf der Laengsseite, wobei nur die Haupttribuene, wo auch die Gaeste untergebracht sind, ueberdacht ist. Zu den vielleicht 2.500 Zuschauern im Stadion standen ausserhalb am Zaun auch noch gut 500 Personen, welche so gratis in den Genuss eines Spiels kamen.

Die erste Halbzeit war v.a. fuer die Heimmannschaft etwas ernuechternd, spielte man ja als amtierender Meister schon die ganze Saison recht maessig, aber gegen den Tabellenzehnten so schlecht auszusehen, war anscheinend doch ein weiterer Tiefpunkt. Die zweite Halbzeit war denn deutlich besser und nach dem Ausgleich zum 2-2 hatte Faifa auch noch die Chance das Spiel zu gewinnen, es blieb aber bei dem Resultat.

Interessanterweise war es die Gastmannschaft, welche sich als erste Richtung Heimfans bewegte und sich da mit Klatschen und Verneigen beim Publikum bedankte. Hab ich so noch nicht wirklich gesehen, da es auch nicht irgendwie durch Statuten erzwungen aussah. Zudem wurden nach Spielende noch etliche Leuchtpetarden und Rauch seitens Heimfans gezuendet – alles voellig unvermummt natuerlich, da hier darin keiner gleich die Einleitung des Weltuntergangs sieht.

Ebenso relaxt und weniger auf Kommerz getrieben ist es auch, dass man soviele Getraenke und Esswaren mit ins Stadion nehmen kann, wie man will und die etlichen Gratiszuschauer am Zaun wurden weder weggewiesen, noch hat man Anstalten gemacht, einen Sichtschutz aufzustellen.
Kein Wunder werden die Clubbosse vor dem Spiel hier jeweils gefeiert, wenn man die Fans nicht nur als Kunden und Sicherheitsproblem sieht, sondern mit kleinen Gesten Wertschaetzung fuer den Besuch des Spiels und das Interesse am Club entgegenbringt.

11.10.2009, Kanchanaburi TOT FC – Pattaya United, Kleab Bua Stadium, Kanchanaburi
Kanchanaburi die Stadt kennt man eigentlich kaum, umso bekannter, v.a. Durch den Film, ist aber der Fluss und die sogenannte Bruecke am Kwai. Die Japanischen Besatzer liessen hauptsaechlich Kriegsgefangene und noch weitaus mehr lokale Arbeiter aus Burma, Thailand und sogar verschleppte Inder an der Todeszugstrecke arbeiten, um im zweiten Weltkrieg einen Landweg zur weiteren Eroberung Asiens Richtung Indien zu haben. Ein entsprechendes Musuem wurde gleich neben einem der vielen Kriegsfriedhoefe in der Gegegend errichtet und bietet eine wirklich sehr gut gemachte und eindruekliche Ausstellung der Umstaende und Geschichten rund um den Bau der ganzen Strecke und auch der Bruecke am Kwai bei Kanchanaburi.




Ebenso bietet die Stadt einen Fussballclub in der Thai Premier League und eigentlich sollte letzten Sonntag die Partie gegen Pattaya United ausgetragen werden. Die Partie fand auch wie geplant statt, allerdings nicht im eigentlichen Heimstadion, dem Kleab Bua, sondern irgendwo in Bangkok. Dies hat mir jedenfalls der Wachdienst beim Stadion mitgeteilt, als ich circa eine halbe Stunde vor Spielbeginn ein Ticket kaufen wollte. Da Bangkok fast zwei Stunden entfernt ist und man je nach dem locker nochmals ein oder zwei Stunden dort rumkurven kann, bis man gewuenschten Ort ist, hab ich mich dann halt Richtung Stadt aufgemacht, um wenigsten ein bisschen Sightseeing zu betreiben.

Highlights in Kanchanburi sind ebenso die vielen Floating Restaurants auf dem Fluss, die Rastafari Bars und generell die sehr entspannte Atmosphaere praktisch in der Wildnis.

Chula United und nochmals Thai Port Heimspiele

03.10.2009, Chula United – Samut Sakhon, Chulalongkorn University Stadium, Bangkok, 3.000 (1.000)
Chula United ist sozusagen die Fussballmannschaft der Chulalongkorn Universitaet, welche wiederum nach dem fuenften Koenig Thailands benannt wurde. Nicht zu verwechseln mit dem Club Bangkok University, welche auf diese Saison hin sich in Bangkok United umbenannt haben.

Das Stadion von Chula liegt Mitten im Zentrum Bangkoks und ist gut per Metro oder Skytrain zu erreichen. Mit der Leichtathletikbahn und nur einer ueberdachten Tribuene wirkt das 25.000er Stadion groesser als es ist und die paar Tausend Zuschauer gegen Samut Sakhon, wirken eher verloren im weiten Rund. Stimmung wurde zwar von den Gaesten, auch mit diversen M,usikinstrumenten, versucht zu machen, aber beim Ansatz blieb es denn auch.
Wer schon immer mal wissen wollte, wie denn ungeroestete Erdnuesschen schmecken, findet die hier im Angebot.Wie das Spiel ausging weiss ich nicht mehr. Ist ja auch schon fast zwei Wochen her :)





04.10.2009, Thai Port FC – Faifa Ayuthaya, PAT Stadium, Bangkok, 3.500 (500)
Da es an diesem Sonntag nicht wirklich gut gelegene Spiele respektive neue Grounds zu besuchen gab, entschloss ich mich nochmals an ein Heimspiel von Thai Port zu fahren. Besser als das erste Spiel konnte es sicher nicht werden, aber vielleicht bestaetigte sich mein sehr positiver Eindruck seiner Fans.

Diesmal war ich deutlich frueher beim Stadion und es war auch vor Spielbeginn deutlich weniger los, als gegen Bangkok Glass. Dennoch war das Stadion mehr oder weniger voll und die Stimmung seitens Heimteam und auch der Gaeste war ganz ordentlich. Wiederum sehr viele Gaeste anwesend, welche auch nahezu 90 Minuten sangen. Nicht sehr abwechslungsreich oder laut, aber dennoch brachte es Stimmungs ins Stadion.

Ein paar Tage spaeter stand denn auch das Heimspiel von Ayuthaya, der alten Hauptstadt Thailands, auf meiner Agenda. Auyuthaya hatte ich zwar schon als Tagesausflug aufgrund seiner Ruinen und Tempel besucht, hinterliess aber einen sehr relaxten Eindruck, so dass ich mich richtig freute mal das hektische Bangkok mehr als ein paar Stunden zu verlassen und ein etwas anderes Thailand kennenzulernen.



Montag, 28. September 2009

Waterboarding einmal anders

Gestern stand endlich das erste Spiel in Thailand an. Es spielten Thai Port FC gegen Bangkok Glass FC, PAT Stadium in Bangkok.

Im Vorfeld hatte ich mich praktisch gar nicht ueber den Thailaendischen Clubfussball informiert, aber von den Asiatischen Ligen ausser Korea und Japan hoert und liest man praktisch gar nichts in Europa. Die Thailaendische Premier League hat es nicht mal in den Groundhopping Informer geschafft, wo man selbst die zweithoechste Usbekische Liga findet und die Infos uebers Internet liessen auch nicht viel hoffen. Bangkok Glass FC hat sich neben Pattaya United in die hoechste Liga gekauft und die Clubs allgemein spielen anscheinend immer wieder mal in einem anderen Stadion.

Also machte ich mich Richtung Stadion auf und da ich zwei Tage vorher schon das Stadion besuchte, wusste ich auch wie ich dort gute hinkomme. Ich kalkulierte mit etwa 30 Minuten vor Anpfiff beim Stadion zu sein und vielleicht 1.000 Zuschauern im fuer 5.000 ausgelegten Kleinod. Bei der Metrostation sah ich denn auch nur zwei einzelne in Fanshirts und da die Thais v.a. sich fuer Englischen Fussball interessieren (v.a. ManU), erwartete ich auch von diesen 1.000 Zuschauern nicht viel spektakulares. Ich lag mit allem komplett falsch. Noch selten wurde ich derart positiv ueberrascht!

Das Stadion war bereits voll als ich wie geplant eine halbe Stunden vorher ankam und draussen standen zwei ca. 50 Meter lange Schlangen vor den beiden Kassahauschen. Meine Nervorsitaet stieg und ich dachte schon leer auszugehen, aber mit der Stadionkapazitaet geht man hier recht grosszuegig um. Ob da jeztzt nur 5000 rein duerfen oder nicht ist egal, jeder kriegt ein Ticket. Obwohl eigentlich alle 3 Tribuenenseiten Sitzplaetze vorgesehen sind, stand nach kurzer Zeit jeder und alle Durchgaenge waren rappelvoll. Da waren sicher 7 bis 8.000 Leute im Stadion inklusive ca. 1.500 Gastefans. Auf allen 3 Tribuenen gab es einen kleinen aber feinen Supportblock und immer wieder machte praktisch das ganze Stadion mit. Sehr laut sind sie nicht, aber es gab sogar etliche Melodien und natuerlich Texte, die ich noch nie zuvor gehoert hatte. Das macht Groundhopping aus!

Das Spiel war genauso gut. Viel Hektik und die sonst so zurueckhaltenden Thais gingen auf den Tribuenen bei den Fouls ab und die Spieler ebenso, was in insgesamt 5 (!) Platzverweisen bis Spielende resultierte. Nach ca. 80 Minuten stand es immer noch 0-0 und langsam verdunkelte sich der Himmel Pechschwarz. Es ist in Bangkok immer noch Monsoon-Zeit und als es heftig anfing zu winden, war das das Startzeichen moeglich noch alles wasserunvertraegliche in Plastiksaecken zu verstauen (Pass, Geld, Handy) und kaum war das geschafft, setzte der Regen ein. Ich erwischte mich beim Umschauen, um mich zu vergewissern, dass nicht jemand mit nem Gartschlauch dastand und mich vollspritzte. Keine gute Idee, wenn man nicht auf Waterboarding steht. Innerhalb einer Minute waren alle voellig durchnaesst und entsprechend chaotisch ging es auch auf dem Feld zu und her. Es wurde weitergespielt und Thai Port gelang in der letzten Minute der Siegestreffer gegen den Tabellendritten. Das Stadion drehte durch. Fans rannten von allen Seiten aufs Spielfeld und umarmten Spieler, Offizielle versuchten halbherzig das zu unterbinden und der Schiri liess nur noch kurz anspielen und beendete dann die Partie. Nun rannten hunderte aufs Feld und feierten mit der Mannschaft oder nutzten den Rasen fuer ein paar Rutschpartien.

Was fuer ein Spiel, mehr davon!

Samstag, 26. September 2009

Bangkok, Thailand

Wie in Hong Kong gibt es auch hier etliche Indische Schneider die einem unbedingt Massanzuege verkaufen wollen, aber ansonsten spuert und sieht man doch deutliche Unterschiede. Bangkok und deren Einwohner sind weitaus entspannter und rennen weniger hektisch durch die Strassen. Die Strassenhaendler sind deutlich zurueckhaltender und wenn man nicht reagiert, dann wird auch nicht weiter auf einen eingeredet und akzeptiert das Nein.

Der Monsoon dauert zwar immer noch an, aber ein bisschen Regen am Nachmittag reinigt die Luft und kuehlt ein wenig die Stadt ab. Um die 30 Grad ist es auch hier, aber wenigstens kuehlt es in der Nacht etwas ab und die Luftfeuchtigkeit ist deutlich angenehmer als noch in Hong Kong.

Photo von meinem Fruehstuckstisch aus:



Mein Hostel ist zwar ziemlich teuer (ca. 15 Franken pro Nacht), aber die Lage ist top und ich habe sogar ein Einzelzimmer, Klimaanlage plus Dusche auf dem Balkon. Zudem ist das Hostel ein superschoen erhaltenes Holzhaus: www.suk11.com - sehr zu empfehlen.

Freitag, 25. September 2009

Fussball in Hong Kong

Natuerlich liess ich mir die Gelegenheit nicht entgehen, um ein paar Spiele vor Ort zu besuchen. Macau musste ich leider streichen, da der Ligabetrieb derzeit nicht laeuft und es nur ein Turnier ueber mehrere Tage mit bloss 45 Minuten pro Spiel gab. Ein guter Grund wieder mal nach Macau zu fliegen, um den Laenderpunkt zu machen.

19.09., Sha Tin - Happy Valley, Sha Tin Sports Ground, ca. 1000 (300 Gaeste) Zuschauer
Der Sieger und Aufsteiger aus der 2nd Division spielte nicht schlecht, aber Happy Valley war etwas gluecklicher im Abschluss und gewann schliesslich 1-3. Das Stadion selbst hat zwei gedeckte Tribuenen und eine Leichtathletikbahn und liegt gleich neben einem Fluss/Kanal. Stimmung gabs ab und an auch mal, doch die zahlreichen Gaestefans waren nur bei den Toren zu hoeren. Immerhin hatten diese aber noch ein paar Transparente dabei; u.a. 'Green Power Forever'. Zum Eintrittsticket von 60 HKD gabs noch ein Gratis T-Shirt des Heimteams.





19.09., Tai Chung - Kitchee, Kowloon Bay Park, ca. 800 (100 Gaeste) Zuschauer

Dank Ansetzung um 20 Uhr reichte es fuer einen Doppler und wiederum war es ein Heimspiel eines Aufsteigers. Im Stadion nervten ein paar Amerikanerinnen und ein paar Briten mit ihren Spruechen und Liedern (die kannten anscheinend einen der Spieler). Ansonsten war nicht viel los und das Stadion mit Kunstrasen und einer Haupttribuene war auch nicht sonderlich speziell. Resultat weiss ich nicht mehr :)



20.09., Fourway Rangers - Tuen Mun Progoal, Sham Shui Sports Ground, ca. 600 (200 Gaeste) Zuschauer
Das Stadion hat eine recht grosse, gedeckte Haupttribuene mit Steinplatten als Sitzen und einer Leichtathletikbahn.
Die Heimzuschauer machten teilweise sogar etwas krach, die Gaeste sah man nur bei ihrem Tor das zum Schlussresultat von 3-1 fuehrte. Wiederum 60HKD Eintritt diesmal aber ohne T-Shirt.


Hong Kong und Macau

Am 15. September gings weiter nach Hong Kong. Die letzten Auslaufer der Typhoons Koppu waren bei der Landung zwar noch zu spueren, aber wenigstens konnte der Flieger landen und kurz danach wurden die Warnungen ganz aufegehoben. Glueck gehabt.



Zwei Tage danach regnete es teilweise immer noch heftig und meine Investition in einen Regenschirm in Seoul hatte sich mehr als bezahlt gemacht. Die Temperaturen waren sowohl am Tag als auch in der Nacht immer um die 30 Grad und durch die extrem hohe Luftfeuchtigkeit, wars ziemlich muehsam in der Stadt herum zu schlendern. Ein kleiner Ausflug und eine Wanderung vom Hong Kong Peak tat gut, um auch mal die Grossstadt und ihre Hektik hinter sich zu lassen.
Die Skyline der Stadt ist sehr eindrueklich und das allabendlich Lichtspiel ist auch ganz ok, wenn auch nicht ganz so beeindruckend wie es verkauft wird.

Die Spuren der Briten findet man v.a. beim Pferdewetten, Anstehen auf Busse und leider auch in der kulinarischen Einoede der Dreiecks-Sandwiches in den auch hier uerball zu findenden 7 / Eleven Shops. Vorbei die Zeiten der leckeren Sushi-Rollen und Onigiris fuer weniger als 1 Franken.

Big Buddha auf Lantau-Island:


Ein Ausflug nach Macau durfte natuerlich nicht fehlen und die Casinos dort sind ziemlich nett und ein wenig Gewinn gabs auch nocht :) Macau selbst hat noch einige Bauten portugiesischer Praegung und hat mir durch diesen Mix von Neu und Alt sehr gut gefallen.

Sonntag, 13. September 2009

Busan, Sued Korea

Busan ist S.Koreas zweitgroesste Stadt und liegt direkt am Meer im Sueden des Landes. Es gibt denn auch ein paar sehr schoene Sandstraende und eine einladende Promenade, welche unter der Woche praktisch leergefegt ist.
Als Europaer faellt man hier noch staerker auf als in Seoul und man wird dementsprechend auch staendig gemustert und teilweise wird man auch gegruesst auf der Strasse und wenn man mal den Stadtplan zueckt und etwas fragend um sich blickt, dauert es nicht lange, bis jemand zur Hilfe eilt.



Sowohl am Freitag (Busan Transport Corp.) als auch am Samstag (Busan I'Park) hab ich mir ein Spiel angeschaut. Busan ist definitiv eine Baseball- und keine Fussballstadt. Die Lotte Giants hatten praktisch vorm K-League Spiel von Busan I'Park auch ein Spiel und das Stadion der Giants sah proppenvoll aus, wobei im riesigen Worldcup-Stadion sich ein paar wenige Tausend Leute verloren. Als Pausensnack konnte man sich getrocknete Quallen oder Tintenfisch (?) bestellen und am Ende des Spiels standen die Angestellten beim Ausgang spalier und haben sich hoeflich verneigendend und was rufend von den Zuschauern verabschiedet. Sehr ungewoehnlich fuer jemanden der oefters mal in Europa mit seinem Team auswaerts faehrt.





Sozusagen als Kroenung von Busan hab ich mir heute Sonntag seine Zerstoerung durch einen Tsunami im Kino angeschaut. Der Film traegt den Namen des beruemtesten Strandes 'Haeundae' und ist laut IMDB die bislang groesste und erfolgreichste einheimischen Filmschaffens. Die erste Stunde war etwas schwierig zu folgen, da mein Koreanisch noch nicht ganz so gut ist. Den Film selber fand ich nicht wirklich gut gemacht, aber zum Teil doch sehr witzig. Interessant wars v.a. all die Plaetze im Film wiederzuerkennen, an denen man wenige Stunde zuvor selber noch auf Sightseeing-Tour war. Gleich nach dem Film bin ich dann nochmals an den besagten Strand, um zu schauen, ob die Stadt noch steht :)